Urlaub in Afrika: Der Tourismus zieht wieder an

Lockdowns und Reisebeschränkungen machten Urlaub in Afrika während der Coronapandemie schwierig. Den Ländern fehlten dadurch Einnahmen in Milliardenhöhe. Nun kommen die Touristen wieder – auch dank neuer Reiseziele.

Lange habe ich darauf gewartet, diesen Text schreiben zu können. Urlaub in Afrika finde ich spannend. Und es ist auch für den Kontinent ein wichtiges Thema: Der Tourismus ist nämlich eine der größten Wirtschaftsbranchen in Afrika.

Dass ich diesen Text nun schreibe, liegt daran, dass es der Branche langsam wieder besser geht. Der Tourismus in Afrika kam zwei Jahre lang quasi zum Erliegen. Und erst jetzt kommen die Reisenden langsam wieder. Südafrika zum Beispiel hat kürzlich alle Corona-Reisebeschränkungen aufgehoben.

Urlaub in Afrika: Vor der Pandemie eine Wachstumsbranche

Bei sieben Prozent lag der Anteil der Tourismuseinnahmen an der afrikanischen Wirtschaftsleistung vor der Coronapandemie. Die Branche setzte jedes Jahr knapp 170 Milliarden US-Dollar auf dem Kontinent um und beschäftigte rund 25 Millionen Menschen. Das zeigen Zahlen des World Travel und Tourismus Council.

Einige Länder auf dem Kontinent sind dabei überdurchschnittlich stark von Urlaub in Afrika abhängig. In Tansania zum Beispiel machten die Einnahmen aus dem Tourismus vor der Pandemie fast elf Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Und elf Prozent der Erwerbstätigen im Land waren bei Hotels, Bars und Reiseanbietern beschäftigt.

Schöne Strände, tolle Landschaften, wilde Tiere: All das bietet Tansania in Ostafrika (Foto: Voice4Africa).

Tourismus-Einbruch durch Lockdowns und Reisebeschränkungen

Mit der Coronapandemie begannen für die afrikanischen Länder daher harte Zeiten. 55 Milliarden Dollar in drei Monaten gingen dem Kontinent durch die Coronapandemie an Tourismuseinnahmen verloren. Das schrieb die Afrikanische Union im Juli 2020. Rund zwei Millionen Arbeitsplätze wurden vernichtet.

Und der Internationale Währungsfonds sagte voraus: “Vom Tourismus abhängige Länder werden die negativen Auswirkungen der Krise wahrscheinlich viel länger spüren als andere Volkswirtschaften.” Es werde lange dauern, bis den Menschen Reisen und Massentourismus wieder sicher erscheinen.

Corona in Afrika

Welche Folgen die Coronapandemie für den afrikanischen Kontinent hatte, habe ich in diesem Artikel aufgeschrieben. Vier Nachteile fallen besonders auf.

Langsamer Neustart nach schweren Zeiten

Diese Zeit scheint inzwischen gekommen zu sein. Um 23,5 Prozent gingen die Umsätze im Tourismus in Afrika schon 2021 wieder nach oben, zeigen Zahlen des World Travel und Tourismus Council. Und aktuelle Daten der UNWTO; einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, belegen: Im Januar 2022 gab es 51 Prozent mehr Touristenankünfte in Afrika im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Das Vorkrisenniveau ist damit zwar noch nicht erreicht. Aber: „Das Vertrauen der Reisenden in die afrikanischen Urlaubsgebiete kommt zurück“, sagt Hanna Kleber von Voice4Africa. Das ist eine Werbeinitiative für mehr Urlaub in Afrika. Südafrika, Kenia und Ruanda zählen unter anderem zu den Ländern, in denen die BesucherInnen bereits wieder mehr werden.

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Weltweit zieht der Tourismus wieder an. Das zeigen Zahlen des World Travel & Tourism Council (WTTC).

Urlaub in Afrika: Mehr als nur Safari-Tourismus

Grund dafür, sind auch die Anstrengungen lokaler Behörden und Reiseanbieter. Das berichtet die Deutsche Welle. Reiseziele wie Kenia, Marokko, Tunesien oder Mauritius haben demnach während der Pandemie weiter um TouristInnen geworben und es so geschafft, im Gespräch zu bleiben.

Auch bei Uganda ist das so. Dort hat das Uganda Tourism Board das Momentum sogar für eine Neuausrichtung genutzt. Früher warb das Land vor allem mit seinen Safarizielen und Berggorillas. In einem neuen Werbespot des Tourism Boards werden nun auch Ugandas Städte, die kulturelle Vielfalt und Zielen abseits vom Massentourismus beworben:

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Uganda will den Tourismus im Land auf eine breitere und damit krisenfestere Basis stellen.

Urlaub in Afrika: Auch lokales Reisen wird gefördert

Afrika will weg vom reinen Safari-Tourismus. Das ist eine Lehre, die auch andere Länder durch die Pandemie gezogen haben. Und durch die Krise ist auch aufgefallen, wie stark Afrika von internationalen Reisenden abhängig ist. Mehrere Länder bemühen sich nun, den einheimischen Tourismus zu stärken.

Marokko zum Beispiel. Das Land hat daher im vergangenen Jahr eine neue Tourismusmarke aufgesetzt. Diese trägt den kryptischen Namen Ntla9awfbladna und soll einheimische BürgerInnen zeigen, wo es in der Heimat besonders schön ist. Das schreibt das Portal Marokko-Deutschland.

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Ein Teil der Werbekampagne ‘Ntla9awfbladna’ ist dieses Video.

Urlaub in Afrika: Fluggesellschaften planen mehr Flüge

Gut für den internationalen Tourismus nach Afrika ist, dass viele Fluggesellschaften ihr Flugangebot auf den Kontinent ausweiten. Eurowings Discover zum Beispiel will ab Mitte November direkt zum Krüger-Nationalpark in Südafrika fliegen. Tui plant Direktflüge in den Senegal. Und Royal Air Maroc will aus Afrika heraus seine Flugverbindungen nach Deutschland ausbauen.

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Ich persönlich versuche ja immer, Langstreckenflüge sehr dosiert wahrzunehmen, aus Klimagründen. Andererseits: Mit dem Schiff dauern Fernreisen recht lang 😉 Und grundsätzlich finde ich es super, dass Reisen jetzt wieder einfacher und flexibler ist.

Mehr lesen?

  • Mein letzter Urlaub vor der Coronapandemie war ein Backpacking-Trip in Äthiopien. Inzwischen hat sich die politische Situation im Land verändert. Doch damals hat mir die Reise wirklich sehr gut gefallen – aus diesen Gründen.
  • Die Zeitung “Die WELT” hat zusammengesucht, welche Fluganbieter ihr Angebot nach Afrika ausbauen.
  • Die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist die erfolgreichste in ganz Afrika. Hier lest ihr, wie sich das Unternehmen sogar gegen die Pandemie behauptet hat.

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