Die afrikanische Hotelbranche wird stark von internationalen Luxusketten dominiert. Doch mit dem Unternehmen CityBlue Hotels wächst in Ostafrika ein ehrgeiziger lokaler Wettbewerber heran.
Jameel Verjee bewirbt sein Unternehmen CityBlue Hotels als Afrikas am schnellsten wachsende Hotelkette. Seit der Gründung 2013 hat die Gruppe gut ein halbes Dutzend Hotels in Ostafrika aufgebaut – und expandiert weiter: Mit zwei Häusern in Accra ist CityBlue auch in Westafrika vertreten, in Südafrika besteht eine strategische Partnerschaft mit Dream Hotels & Resorts.
Das Unternehmen ist damit Teil eines Trends, der viele afrikanische Länder betrifft: Die Hotelbranche auf dem Kontinent wächst. Das zeigen Zahlen der nigerianischen Beratungsfirma W Hospitality. Dominiert wird der Markt bisher allerdings von internationalen Ketten wie Marriott, Hilton, Accor, IHG und Radisson. Genau das will CityBlue-Gründer Jameel Verjee offenbar ändern.

CityBlue zielt auf die gehobene Mitte
Gegründet in Ruanda, hat dsein Unternehmen 2019 seinen Firmensitz nach Nairobi in Kenia verlegt. Afrika mit seinen über 50 Ländern biete allein wegen seiner Größe enormes Potenzial, sagte Verjee 2023 der Zeitung Mount Kenya Times. „Zudem sind viele der großen Konzerne im Fünf-Sterne-Segment tätig, während wir uns in erster Linie auf das mittlere und obere mittlere Segment konzentriert haben, wo unserer Meinung nach die größte Lücke besteht.“
Aktuell betreibt die Kette laut Firmenhomepage Hotels in Mombasa, Nairobi, Kigali, Dar es Salaam, Kampala und Accra. Auf der Buchungsplattform Booking.com erzielen die Häuser Bewertungen zwischen 7,5 und 8,7 von 10 Punkten (siehe folgender Screenshot als Beispiel). Das Kundenfeedback ist also je nach Standort solide bis sehr gut.

Ein Gründer mit globalem Werdegang
Jameel Verjee ist in England geboren und aufgewachsen, studierte Rechtswissenschaften an der London School of Economics und arbeitete anschließend für die Kanzlei Berwin Leighton Paisner in London und Paris. Danach gründete er mehrere Startups im Vereinigten Königreich und im Nahen Osten, bevor er Familienbeteiligungen übernahm, die heute unter der Diar Group gebündelt sind.
Die Diar Group steht offenbar auch als Investor hinter CityBlue Hotels. Öffentliche Informationen findet man über die Firma allerdings wenig. In dieser Pressemitteilung über eine Partnerschaft der Diar Group mit der niederländischen Firma Green.Earth heißt es: „Die Diar Group ist ein in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässiges Family Office mit Beteiligungen in den Bereichen Gastgewerbe, Private Equity, Investitionen und Technologie.“
Was CityBlue Hotels auszeichnet
Wegen seines Erfolgs in der Hotelbranche ist Verjee mittlerweile ein gefragter Interviewpartner und Speaker bei Branchenevents. Er zählt unter anderem zu den Top-Speakern beim Future Hospitality Summit Africa Ende März 2026 in Nairobi. Allerdings: Auch wenn er sein Unternehmen als Afrikas am schnellsten wachsende Hotelkette bewirbt – die größte afrikanische Hotelkette ist es nicht.
Andere erfolgreiche afrikanische Hotelketten sind etwa Tsogo Sun, City Lodge und Southern Sun aus Südafrika. Die Kette Onomo Hotels aus Marokko betreibt gut zwanzig Hotels in in West- und Südostafrika. Die Azalaï Hotel Group ist ebenfalls stark in Westafrika. Das Besondere an CityBlue ist der Fokus auf Ostafrika und das – eigenen Angaben nach – überdurchschnittlich schnelle Wachstum.
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Weitere InformationenGutes Aussichten – auch für den innerafrikanischen Tourismus
Insgesamt gilt: Der Hotelsektor auf dem afrikanischen Kontinent wächst kräftig. Daher investieren auch viele internationale Ketten, vor allem im Norden des Kontinents. Nachdem der internationale Tourismus nach Afrika während der Coronapandemie eingebrochen ist, erlebt der Sektor einen Aufschwung. Viele afrikanische Staaten haben in jüngster Zeit ihr Tourismus-Marketing ausgebaut.
CityBlue-Gründer Jameel Verjee betonte gegenüber der Mount Kenya Times im Jahr 2023, dass seine Kette dabei nicht nur Reisende aus Europa, Indien, China oder dem Nahen Osten ansprechen wolle. Er riet, den innerafrikanischen Touristen nicht zu unterschätzen. „Bis 2040 werden etwa 500 Millionen Afrikaner in städtischen Gebieten leben. Und die meisten von ihnen gehören zur aufstrebenden Mittelschicht“, sagte der Gründer. Auch für diese Reisenden brauche es ein entsprechendes Angebot.